Kritischer Blick auf Gesundheits-Apps

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Dieser Beitrag wurde am 28.11.2013 von Eva-Maria Zöllner im Original verfasst.


Aktuell wird in der Öffentlichkeit diskutiert, wie verlässlich Gesundheits-Apps sind, wie zuverlässig die enthaltenen Informationen zu werten sind und wie die jeweilige App mit den persönlichen und gesundheitsbezogenen Daten der Nutzer umgeht. Schwierig bei dieser Diskussion ist die Unübersichtlichkeit des Gesundheits-App Marktes. Es stellt sich die Frage, wie die App, für die man sich interessiert, zu betrachten ist.

Wie also findet man heraus, ob eine Gesundheits App seriös ist? Einen Einblick in das Thema Gesundheits-Apps erhält man durch den folgenden kritischen Blick auf die angebotenen Apps.

Kostenlos oder kostenpflichtig

Ist die kostenlose Abgabe der App ein Gütesiegel? Oder ist man gar auf der positiven Seite, wenn die App etwas kostet? Häufig sind Gesundheits Apps seriöser Anbieter wie Krankenkassen, Pharmaunternehmen oder Apotheker- und Ärzteverbände kostenlos. Dies ist aber kein Ausschlusskriterium. Viele nützliche und seriöse Apps, die der Gesundheit nutzen, werden gegen Entgelt angeboten.

Fazit: Nicht die Kostenfrage, sondern der Anbieter und der Umgang mit dem Datenschutz machen den Unterschied zwischen nützlichen und schädlichen Gesundheits Apps.

Schwarze Schafe

Angeboten werden Apps, die dem Betreiber persönliche Daten des Nutzers ohne Anonymisierung mitteilen, in manchen Fällen sogar ohne jede Verschlüsselung der Datenübertragung.  Bei solchen Angeboten ist Vorsicht geboten. Informiert Sie die App oder deren Begleitmaterial nicht darüber, wer die App betreibt, wer Ihre Daten lesen kann und wo bzw. wie diese Daten gespeichert werden, sollten Sie die Datenübertragung nicht zulassen – oder besser die App gar nicht erst installieren.

Findet sich in der App kein Hinweis darauf, wer die fachliche Verantwortung für die Richtigkeit der medizinischen Informationen trägt, sollten Sie dieser App nicht vertrauen.

Als schwarze Schafe muss man auch Apps betrachten, die medizinisch fragwürdige Leistungen anbieten. Dazu gehören Apps, die Diagnosen aufgrund von Sensor-Input erstellen (z.B. Hautkrebs-App). Eine Diagnose sollte grundsätzlich nur Ihr behandelnder Arzt stellen!

Seriöse und nützliche Apps

Nicht medizinisch, aber bei umsichtiger Nutzung eine Unterstützung für die körperliche Fitness und den Erhalt der Gesundheit, das sind die seriösen und nützlichen-Apps. In diese Kathegorie gehören Apps, die Ernährungstipps geben oder Anleitung zu gesunder Bewegung bieten – sofern die Quelle dieser Informationen erkennbar und seriös ist. Befragen Sie Ihren Arzt, ob die gegebenen Anleitungen für Sie unbedenklich sind. Dann können Sie unbesorgt solche Apps nutzen.

Eine Datenübertragung von Ihrem Smartphone aus sollte hier nicht erfolgen. Sinnvoll kann es aber sein, dass die App Daten von einem Server empfängt, um immer aktuelle Inhalte anbieten zu können.

Positive Beispiele für seriöse und nützliche Apps unter den Gesundheits-Apps sind die Apps der Krankenkassen, wie z.B. die „BKK VBU Hausmittel App“[1] oder „Schwanger & Babyglück“[2] von der HEK.

Medizinischen Apps – Chance für eine gute Therapie

Medizinische Apps sind für betroffene Patienten mit einer bestimmten Diagnose (z.B. ADHS) zugänglich und werden diesem Personenkreis innerhalb von ärztlich begleiteten Programmen angeboten. Bei medizinischen Apps ist die Datenübertragung in der Regel erforderlich. Nur so kann der Arzt eine Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes vornehmen und gegebenenfalls rechtzeitig intervenieren. Die Daten der eingeschriebenen Patienten werden auf einem Server anonymisiert gehalten, wenn das technische Vorgehen den Auflagen des Datenschutzes entspricht. Der Betreiber des Systems kann die Gesundheitsdaten nicht einer bestimmten Person zuordnen – das kann nur der mit der Behandlung beauftragte Arzt.

Solche medizinischen Apps bringen immer eine gründliche Aufklärung zum Datenschutz mit. Der Patient erfährt, wer das System betreibt, wer die Daten verwaltet und wie die Daten gehalten werden. Hier kommt es nach der Installation der App auf dem Smartphone nicht gleich zu einer Datenübertragung, der ein Nutzer dann widersprechen könnte. Das korrekte Vorgehen ist es, dass der Patient vorher schriftlich informiert wird und eigenhändig, mit seiner Unterschrift, der Teilnahme am Programm und der Verarbeitung seiner Daten zustimmt. Zu den medizinischen Inhalten kann man der App grundsätzlich die Quelle entnehmen.

Medizinische Apps, die in ärztlich begleitete Programme eingebettet sind, gibt es z.B. für Patienten mit Diabetes Mellitus, für Herzkranke, für Bluthochdruckpatienten und für Jugendliche mit ADHS.

 

[1] BKK VBU  https://www.meine-krankenkasse.de/service-downloads/app/hausmittel-app.html

[2] HEK  http://www.hek.de/service/hek-app.html

 

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